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Von 4 Min. Lesezeit

Hallo, schnabel.it

Warum es diese Seite gibt, wer dahintersteckt und was digitale Souveränität im Schulalltag wirklich bedeutet.

Willkommen auf schnabel.it. Schön, dass du hier bist.

Diese Seite ist das Zuhause meiner beiden Apps — Notenpilot und Notencheck — und gleichzeitig ein Ort, an dem ich aufschreibe, was mich beim Bauen beschäftigt: technische Entscheidungen, Datenschutzgedanken, Erfahrungen aus dem Schulalltag. Kein Marketingblog, kein Produktivitäts-Ratgeber. Einfach ehrliche Notizen von jemandem, der nebenbei entwickelt.

Wer ich bin

Ich bin Lehrer. Vollzeit, mit allem, was dazugehört: Unterricht vorbereiten, Klausuren korrigieren, Elterngespräche, Konferenzen, Vertretungen. Daneben entwickle ich Apps — nicht als Startup-Gründer mit Investoren im Nacken, sondern als Hobby. Das klingt bescheiden, und das ist es auch. Aber Hobby bedeutet für mich: keine Deadlines von außen, keine Monetarisierungszwänge, keine Kompromisse bei Dingen, die mir wichtig sind.

Das Ergebnis dieser Freiheit ist eine App, die ausschließlich auf dem Gerät des Nutzers läuft, keine Accounts kennt und trotzdem das tut, wofür sie gemacht wurde.

Wie das anfing

Der Ursprung ist banal: Notenlisten auf Papier nerven. Irgendwann fragt man sich, warum das nicht besser geht — und dann fängt man an, selbst etwas zu bauen. Was als schnelles Skript für den eigenen Unterricht begann, ist über Monate zu etwas gewachsen, das ich guten Gewissens an Kolleginnen und Kollegen weitergeben kann.

Ich programmiere seit Jahren, aber lange nur für mich selbst. Die Entscheidung, Apps zu veröffentlichen, kam nicht über Nacht. Sie kam aus Gesprächen im Lehrerzimmer, aus der Erkenntnis, dass viele das gleiche Problem haben — und dass die vorhandenen Lösungen entweder teuer, unhandlich oder datenschutzrechtlich fragwürdig sind.

Datenschutz ist keine Checkbox

Das Wort taucht in Schul-Kontexten meistens als Pflicht auf. Datenschutzbeauftragter, DSGVO, Einwilligungserklärung. Notwendig, keine Frage. Aber für mich ist Datenschutz vor allem eine Designentscheidung, die ich treffe, bevor die erste Zeile Code geschrieben ist.

Konkret heißt das: Schülerdaten verlassen das Gerät nicht. Kein Server, der Noten speichert. Keine Cloud-Synchronisation, die Daten auf fremden Servern ablegt. Keine Analyse-Tools, die Nutzungsverhalten erfassen. Das ist nicht nur datenschutzrechtlich sauber — es macht die App auch einfacher, robuster und vertrauenswürdiger.

Wenn eine Lehrerin Notenpilot nutzt, weiß sie: Was auf ihrem MacBook bleibt, bleibt auf ihrem MacBook. Kein Anbieter kann die Daten einsehen, weitergeben oder bei einem Datenleck verlieren. Das ist kein Alleinstellungsmerkmal, das ich in Hochglanzprospekten bewerbe. Es ist einfach das Richtige.

Digitale Souveränität — praktisch gedacht

Digitale Souveränität ist ein großes Wort. Oft wird es abstrakt benutzt: Unabhängigkeit von US-Konzernen, europäische Cloud-Infrastruktur, Open-Source-Strategien für Behörden. Alles wichtig. Aber was bedeutet das für eine einzelne Lehrerin mit einem MacBook und einer Klasse voller Sechstklässler?

Es bedeutet, dass sie ihre Werkzeuge versteht. Dass sie weiß, was mit den Daten ihrer Schülerinnen und Schüler passiert. Dass sie nicht von einem Abo abhängt, das der Anbieter nächstes Schuljahr einstellt oder hinter einer Paywall versteckt. Dass sie im Zweifel selbst entscheiden kann, ob sie ein Update installiert — weil die App auch offline funktioniert.

Das klingt selbstverständlich. Ist es aber nicht. Die meisten digitalen Werkzeuge, die Schulen heute einsetzen, setzen diese Souveränität stillschweigend außer Kraft. Datenweitergabe im Kleingedruckten. Abo-Modelle, die Abhängigkeit erzeugen. Updates, die Funktionen verändern oder entfernen. Ich möchte anders arbeiten.

Open Source als Haltung

Notenpilot und Notencheck sind kein Open-Source-Projekt im Sinne von: alle können mitentwickeln, Pull Requests willkommen. Dafür fehlt mir schlicht die Zeit. Aber die Grundhaltung ist dieselbe: Transparenz statt Blackbox.

Ich erkläre, wie die Apps funktionieren. Ich dokumentiere, was gespeichert wird und wo. Ich baue keine Features, die ich selbst nicht brauchen würde. Und wenn jemand fragt, wie etwas unter der Haube funktioniert, beantworte ich das — hier auf dem Blog, per E-Mail, oder irgendwann vielleicht mit echtem Code.

Open Source bedeutet für mich: nicht hinter dem eigenen Produkt verstecken. Das fühlt sich richtig an.

Was dich hier erwartet

Diese Seite wächst langsam. Ich schreibe, wenn ich etwas zu sagen habe — nicht nach Redaktionsplan. Themen, die mich beschäftigen:

  • SwiftUI-Entwicklung — Dinge, die in der Dokumentation fehlen; Lösungen für Probleme, an denen ich zu lange gesessen habe
  • Datenschutz in der Praxis — konkrete Entscheidungen, die ich beim Bauen getroffen habe, und warum
  • Schule und Digitalisierung — was tatsächlich hilft, was Buzzword bleibt
  • Werkzeuge und Prozesse — wie ich nebenbei entwickle, ohne dass der Hauptberuf darunter leidet

Kein Newsletter, keine Social-Media-Strategie. Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, abonniert einfach den RSS-Feed.

Ein letztes Wort

Ich glaube, dass gute Software von Leuten gebaut werden kann, die keine Vollzeit-Entwickler sind. Nicht trotzdem — sondern manchmal gerade deshalb. Weil man das Problem aus der Nutzerperspektive kennt. Weil man keine Investoren überzeugen muss, dass ein Feature wichtig ist. Weil man die Freiheit hat, Nein zu sagen zu Dingen, die sich falsch anfühlen.

Das ist der Geist, in dem schnabel.it entstanden ist. Ich hoffe, er kommt durch.

Schau gern wieder vorbei. Und wenn du Fragen, Anmerkungen oder Fehlerberichte hast: info@schnabel.it.


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